Kultur, Bräuche & Etikette
Die Bevölkerung von Sabah ist kulturell und ethnisch absolut vielfältig. Es gibt hier über 30 ethnische Gruppen und mehr als 80 lokal gesprochene Dialekte. Die größten ethnischen Gruppen sind die einheimischen Malaien sowie große Bevölkerungsteile mit chinesischen und philippinischen Wurzeln.
Die Legende vom Ursprung der Einwohner Sabahs
Die Herkunft der Menschen aus Sabah wird wunderbar in einem alten Volksmärchen erzählt, das über Generationen immer weitergegeben wurde.
Die Legende erzählt von einem gartenähnlichen Paradies namens Nunuk Ragang tief im Zentrum von Sabah. An den Ufern eines Flusses, der durch den Garten floss, stand ein riesiger Banyanbaum. Die Kinder liebten es, darunter im Wasser zu planschen und auf den Baum zu klettern, um sich in seinen gewaltigen Ästen zu sonnen. Genau so – so sagt man – bekamen die Einwohner Sabahs ihre wunderschöne, goldene Hautfarbe.
Die Menschen lebten glücklich zusammen und ihre Zahl wuchs. Bald schon war Nunuk Ragang völlig übervölkert. Ganze Familien waren gezwungen aufzubrechen und suchten nach weniger dicht besiedelten Flecken. Einige überquerten das Tal, ließen sich in den weiten Ebenen nieder und wurden Bauern. Andere zogen ins Hochland, wo sie jagten und von den Früchten des üppigen Dschungels lebten. Wieder andere wanderten bis an die ferne Ostküste und bauten sich dort ein Leben auf. Auf diese Weise, so heißt es, verteilten sich die Menschen in ganz Sabah.
Welche ethnischen Gruppen gibt es in Sabah?
Viele der ethnischen Gruppen Sabahs haben sehr ähnliche Traditionen, Sprachen und eine vergleichbare mündlich überlieferte Geschichte. Das oft unwegsame Gelände Sabahs hielt die Gruppen jedoch voneinander getrennt. Das führte dazu, dass sich innerhalb derselben Sprache viele verschiedene Dialekte entwickelten. Jede ethnische Gruppe brachte so ihre ganz eigenen Handwerkskünste, Kleidungsstile und Bräuche hervor.
Kadazandusun
Viele Reisende fragen uns, was für Menschen eigentlich in Sabah leben. Die größte einheimische Gruppe sind die Kadazan-Dusun. Danach folgen die Bajau und die Murut. Ihre alten Bräuche und Traditionen wurden schon vor langer Zeit von vielen anderen Einwohnern Sabahs übernommen und gehören heute fest in den Alltag. Alle Volksgruppen in Sabah leben trotz ihrer unterschiedlichen Traditionen, Sitten und Feste überaus friedlich zusammen. Genau diese kulturelle Vielfalt macht Sabah zu einem so exotischen Reiseziel.
Die Kadazan-Dusun sind überwiegend Berg- und Nassreisbauern. Ihre Sprache gehört zur Gruppe der dusunischen Sprachen. Sie praktizieren den Animismus und glauben fest daran, dass die gesamte Natur lebendig ist – selbst Felsen und Flüsse haben eine Seele. Heutzutage haben sich viele in städtischen Gebieten niedergelassen und arbeiten als Fachkräfte oder im öffentlichen Dienst.
Die Bajau
Die Bajau besiedeln hauptsächlich die Küstenregionen und leben dort recht konzentriert. Die meisten von ihnen findet man zwischen Kota Kinabalu und Kota Belud oder auch in der Gegend um Semporna. Ursprünglich waren sie Seefahrer und sogar gefürchtete Piraten, doch heute sind sie vor allem als Rinderzüchter aktiv. Diese Bauern kennt man hier auch als Sabahs berühmte „Cowboy-Reiter“.
Die Bajau, die an der Ostküste leben, waren traditionell immer Fischer, auch wenn viele mittlerweile fest an Land gezogen sind. Sie sind Muslime und sollen ursprünglich aus Regionen der Philippinen eingewandert sein. Einige behaupten jedoch, direkt von den Malaien aus Johor abzustammen.
Die Rungus
Die Rungus leben ganz oben im Distrikt Kudat und sind dafür bekannt, ihre uralten Lebensweisen bis ins heutige Zeitalter bewahrt zu haben. Selbst die traditionelle Kleidung der Frauen hat sich kaum verändert. Manche tragen noch immer Kleider aus Baumwolle, die sie selbst anbauen und von Hand spinnen. Diese ethnische Gruppe ist zudem berühmt für ihre meisterhafte Perlenstickerei, mit der sie ihre Kleider aufwendig verzieren.
Die Murut
Die Murut leben tief im Landesinneren von Sabah, in den südöstlichen Regionen und rund um die Grenzen zu Sarawak und Kalimantan. Ihr Name bedeutet übersetzt „Bergvolk“, und in früheren Zeiten waren sie tatsächlich gefürchtete Kopfjäger. Diese Gruppe verteilt sich über die drei Distrikte Keningau, Pensiangan und Tenom. Sie leben größtenteils im traditionellen Langhaus und arbeiten als Bauern, Jäger und Fischer.
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Die Murut sind klassische Jäger und Sammler. Bei der Jagd nutzen sie nach wie vor Speere oder auch Blasrohre. Im dichten Dschungel sammeln sie Harz sowie Rattan und legen Reisfelder an. Sie sind eine überaus vielfältige Gruppe: Sie sprechen 15 verschiedene Sprachen mit 21 Dialekten. Die am weitesten verbreitete Sprache ist Tanggal, die eng mit den Sprachen der Kadazan-Dusun verwandt ist.
Welche Religionen gibt es in Sabah?
Als Sabah unabhängig wurde, veränderte sich die religiöse Zusammensetzung im Land spürbar. Heute ist der Bundesstaat größtenteils christlich und muslimisch, es gibt aber auch eine Vielzahl praktizierender Buddhisten und Hindus. Durch eine Verfassungsänderung im Jahr 1973 wurde der Islam zur offiziellen Staatsreligion erklärt.
Der Islam bringt strenge Kleiderordnungen und Umgangsformen mit sich, die man stets respektieren sollte. So wird beispielsweise erwartet, dass Besucher an der Tür einer Moschee oder eines Privathauses ihre Schuhe ausziehen.
Der Übertritt zum Islam wird von der USIA (United Sabah Islamic Association) stark gefördert. Einheimischen, die konvertieren, winken oft Ämter im öffentlichen Dienst und weitere Anreize. Auch die muslimische Einwanderung aus den Philippinen und Indonesien wird gezielt unterstützt. Um die Zahl der Christen zu verringern, wurden christliche Missionare aus Sabah ausgewiesen. Das Ergebnis: Heute machen Muslime über 65 % der lokalen Bevölkerung aus. Durch die Einwanderung ist eine spannende, multikulturelle Gesellschaft entstanden, zu der Filipinos, Japaner, Koreaner, Araber, Eurasier und andere Südostasiaten gehören.
Welche Feste feiert man in Sabah?
Sabah ist weithin bekannt für seine farbenfrohen Feste und die damit verbundenen tiefen kulturellen Traditionen.
Jeder Bundesstaat hat seine eigenen Feierlichkeiten, aber Pesta Kaamatan ist bei uns ein echter Favorit. Bei diesem Fest, das die Kadazan und Dusun jedes Jahr im Mai begehen, wird die Ernte gefeiert. Man erlebt atemberaubende traditionelle Tänze, und das absolute Highlight ist immer der Tanz der Bobohizan – der Hohepriesterin. Es ist ein tiefer, ritueller Tanz, bei dem sich die Tänzerin in Trance versetzt, um den Reisgeist aufzuspüren und die neue Ernte willkommen zu heißen.
Über das ganze Jahr verteilt gibt es natürlich noch etliche weitere Feste. Am bekanntesten sind sicherlich das Chinesische Neujahrsfest, das von den lokalen chinesischen Einwohnern groß gefeiert wird, und das muslimische Fest Hari Raya.
Wo finden in Sabah lokale Märkte statt?
In einigen der kleineren Städte Sabahs finden regelmäßig Handelsmärkte statt. Diese lebhaften Open-Air-Märkte nennen wir hier „Tamus“. Die Märkte bieten Händlern eine fantastische Plattform für ihre Produkte und sind das Rückgrat des lokalen Handels. Sie wirken oft herrlich spontan, bieten eine schier endlose Vielfalt und sprühen nur so vor Energie durch das bunte Treiben der Käufer und Verkäufer.
Die Einheimischen treffen sich auf diesen Märkten, um frische Ernteerzeugnisse, Kunsthandwerk, Lebensmittel, traditionelle Waren und vieles mehr zu tauschen oder zu verkaufen. Es sind aber vor allem gesellschaftliche Highlights mit starkem kulturellem Einschlag, die Gästen das echte Gefühl eines bunten, ethnischen Basars vermitteln.
Gruppenorientierung
Die Familie ist für uns hier das unangefochtene Zentrum der sozialen Struktur.
Was bedeutet das Konzept des „Gesichtswahrens“?
Malaien, Chinesen und Filipinos achten gleichermaßen extrem darauf, ihr „Gesicht zu wahren“ und Beschämung zu vermeiden – und zwar nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch im Privaten. Dieses „Gesicht“ ist ein sehr persönliches Konstrukt; es steht für einen guten Ruf, Charakterstärke und dafür, dass man von seinen Mitmenschen geachtet und respektiert wird.
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Begrüßung und Kennenlernen
Die meisten Malaien in Sabah kennen die westlichen Umgangsformen sehr gut, daher ist ein normaler Handschlag absolut in Ordnung. Man sollte jedoch respektieren, dass einige muslimische Frauen es vorziehen, Männern nicht die Hand zu geben.
Wie überreicht man Malaien Geschenke?
Grundsätzlich gilt: Alle Geschenke – aber ganz besonders solche, die Essen enthalten – sollten immer nur mit der rechten Hand übergeben und entgegengenommen werden.
- Wenn Sie privat zum Essen eingeladen sind, bringen Sie der Gastgeberin am besten süßes Gebäck oder richtig gute Pralinen mit.
- Verschenken Sie niemals Alkohol.
- Schenken Sie Kindern auf keinen Fall Spielzeughunde oder kleine Kuschelschweine.
- Machen Sie einen Bogen um weißes Geschenkpapier (denn das symbolisiert den Tod).
- Verzichten Sie auch auf gelbes Geschenkpapier (das ist die Farbe der königlichen Familie).
- Sobald Sie Lebensmittel verschenken, müssen diese absolut zwingend „halal“ sein.
- Überreichen Sie das Geschenk nur mit der rechten Hand – oder eben mit beiden Händen, falls der Karton zu groß ist.
- Seien Sie nicht verwundert: Geschenke werden in der Regel nicht sofort vor Ihren Augen ausgepackt.
Nonverbale Kommunikation
Malaysier verlassen sich extrem stark auf nonverbale Signale in der Kommunikation. Dieser Stil ist oft subtil und sehr indirekt. Meist deuten Malaien ein Problem nur leicht an, anstatt Ihnen eine direkte Ansage zu machen.
Statt einem harten „Nein“ werden Sie viel öfter Sätze hören wie „Ich schau mal, was sich machen lässt“ oder „Ich werde es versuchen“. So können beide Seiten – der Fragende und derjenige, der eigentlich ablehnt – elegant ihr Gesicht wahren, und die Harmonie bleibt erhalten.
Es gilt bei uns als ziemlich unhöflich, mit dem Zeigefinger auf andere Menschen zu deuten.
Jemanden mit einer nach oben geöffneten Handfläche herbeizuwinken, wird ebenfalls als grob unhöflich empfunden.
Das Herbeiwinken sollte stattdessen immer mit einer nach unten zeigenden Handfläche geschehen, fast wie eine kleine Schaufelbewegung.
Welche Kleidung sollte man in Sabah tragen?
Aus religiösen Gründen ist Nacktbaden oder das Sonnenbaden „oben ohne“ in Sabah gesetzlich verboten und wird gesellschaftlich stark missbilligt.
Frauen sollten Kopf, Arme und Knie vollständig bedecken, bevor sie ein Gotteshaus betreten. Zudem ist es unhöflich, direkt vor betenden Personen vorbeizulaufen. Man darf auf keinen Fall mit einem Koran in Berührung kommen. Und wie gesagt: Das Nacktbaden am Strand ist komplett untersagt.
Weitere nützliche Informationen
Ländervorwahl – die internationale Vorwahl für Malaysia lautet +60.
Zeitzone – Malaysia liegt bei GMT +8 Stunden.
Werfen Sie am besten auch gleich einen Blick in unseren Guide für Geld & Preise.